NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS/Gerald Eichstadt/Sean Doran · Public domainJuno findet Wellen in Jupiters Magnetscheibe
Die NASA-Sonde Juno hat Wellen in Jupiters Magnetscheibe entdeckt.
Das Wichtigste
- Die Scheibe aus geladenem Gas um Jupiter biegt sich zu Wellen, die mit dem Planeten rotieren.
- Die Wellen halten wenige Minuten bis über eine Stunde an.
- Geleitet wurde die Studie von Forschenden der Universität Shandong in China.
Daten der NASA-Sonde Juno zeigen, dass die riesige Scheibe aus geladenem Gas um Jupiter nicht flach bleibt, sondern sich zu Wellen verformt. Das berichteten Forschende im Oktober 2026. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift Science China Earth Sciences. Laut Universe Magazine leitete sie Ruilong Guo von der Universität Shandong in China, beteiligt waren Forschende der Universität Lüttich in Belgien und der Universität Hongkong.
Diese Struktur heißt Magnetscheibe. Sie ist eine ringförmige Schicht aus Plasma, einem Gas aus elektrisch geladenen Teilchen, die von Jupiters Magnetfeld gehalten wird. Ein Großteil des Materials stammt von den Vulkanen des Jupitermonds Io. Im Zentrum der Scheibe liegt eine dünne Schicht, die Stromschicht genannt wird. Weil sich Jupiter in knapp 10 Stunden einmal dreht, durchquert Juno diese Schicht meist etwa zweimal pro Umdrehung.
Bisher gingen Forschende davon aus, dass die Scheibe eine glatte Fläche ist, die sich mit der Drehung des Planeten einfach auf und ab bewegt. Die neue Studie ergab, dass sie sich in aktiven Phasen zu Wellen zusammenschiebt, die wenige Minuten bis über eine Stunde anhalten. Einmal durchquerte Juno die Schicht viermal in zehn Minuten. Das Team führt die Wellen auf magnetische Rekonnexion zurück, einen Vorgang, bei dem Magnetfeldlinien aufbrechen und sich neu verbinden und dabei Energie freisetzen. Viele kleine Rekonnexionsstellen verteilten sich über etwa 100 Längengrade, mehr als ein Viertel des Planetenumfangs. Weil sich Jupiter so schnell dreht, wird die gewellte Schicht mitgerissen.
Auch im Magnetfeld der Erde gibt es ähnliche Wellen, dort gehen sie aber von einem Punkt aus und breiten sich nach außen aus. Bei Jupiter ist das Muster anders. Nach Ansicht der Forschenden könnten die Wellen verändern, wie Teilchen von Io beschleunigt und verteilt werden, auch in Richtung der Polarlichter des Jupiters. Wie viele Ereignisse untersucht wurden, geht aus den Berichten nicht hervor, und der genaue Mechanismus ist noch nicht geklärt. Junos verlängerte Mission soll bis September 2028 laufen.
- Wo
- Jinan, China
- Wann
- Veröffentlicht im Oktober 2026
Quellen
Bild
NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS/Gerald Eichstadt/Sean Doran · Public domain · Wikimedia Commons
Aus dem Englischen übersetzt von der Evenly-Redaktion. Original lesen (Englisch)




