NASA, ESA, J. Olmsted (STScI) · CC BY 4.0Schwarze Löcher jeder Größe zünden Jets bei derselben Fressrate
Schwarze Löcher jeder Größe scheinen ihre Jets bei derselben Fressrate zu zünden.
Das Wichtigste
- Die Jets springen an, wenn ein Schwarzes Loch mit etwa 2 % seiner maximalen Rate Materie aufnimmt.
- Die Regel gilt für kleine Schwarze Löcher wie für Riesen, die millionenfach schwerer sind.
- Die Studie untersuchte 10 Sterne, die von Schwarzen Löchern zerrissen wurden.
Schwarze Löcher von sehr unterschiedlicher Größe scheinen ihre Jets in derselben Phase der Materieaufnahme zu starten. Das geht aus einer Studie in der Fachzeitschrift Nature Astronomy hervor. Geleitet wurde die Arbeit von Andrew Mummery vom Institute for Advanced Study in Princeton in den USA und Adelle Goodwin von der Curtin University in Westaustralien. Das Institut gab die Ergebnisse am 17. September 2026 bekannt.
Ein Jet ist ein schmaler Strahl aus Materie und Energie, den manche Schwarze Löcher ins All schleudern. Das Team untersuchte sogenannte Gezeitenstörungsereignisse. Sie entstehen, wenn ein Stern einem riesigen Schwarzen Loch zu nahe kommt und dessen Schwerkraft den Stern zerreißt. Das Schwarze Loch nimmt dann das Gas des Sterns auf. Die Forschenden sahen sich 20 solcher Ereignisse an und behielten die 10 mit den besten Daten. Dafür nutzten sie Beobachtungen im optischen, ultravioletten, Röntgen- und Radiobereich von Teleskopen auf mehreren Kontinenten und im All.
Sie fanden zwei Zeitpunkte, zu denen Jets entstehen können. Der erste kommt kurz nachdem der Stern zerrissen wurde, während das Schwarze Loch sehr schnell Materie aufnimmt. Der zweite folgt Hunderte bis Tausende Tage später, wenn die Fressrate auf etwa 2 % der Eddington-Grenze sinkt. An dieser Grenze hält der Strahlungsdruck des heißen Gases der Schwerkraft die Waage. Astronomen nutzen sie, um zu messen, wie schnell ein Schwarzes Loch Materie verschlingt.
Dass derselbe Wert von 2 % Jets einschaltet, war bereits von kleinen Schwarzen Löchern in unserer Galaxie bekannt, die etwa zehnmal so schwer sind wie die Sonne. Das neue Ergebnis legt nahe, dass dieselbe Regel auch für Schwarze Löcher gilt, die millionenfach schwerer sind.
Die Studie stützt sich auf eine kleine Stichprobe von 10 Ereignissen, weil solche Sternzerreißungen selten sind. Nach Angaben der Forschenden könnte die Regel helfen vorherzusagen, wann ein verzögerter Jet auftritt, und Beobachtungszeit an Teleskopen besser zu planen. Das könnte für das Radioteleskop Square Kilometre Array nützlich sein, das 2028 mit der Sammlung wissenschaftlicher Daten beginnen soll.
- Wo
- Princeton, USA
- Wann
- Berichtet am 17. Sept. 2026
Korrektur
In unserem Video hieß es, die Studie sei am 14. Oktober erschienen und die Jets zündeten „im selben Moment“. Sie wurde am 17. September veröffentlicht und ergab, dass die Jets bei derselben Fressrate starten.
Quellen
Bild
NASA, ESA, J. Olmsted (STScI) · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons
Aus dem Englischen übersetzt von der Evenly-Redaktion. Original lesen (Englisch)




